,,Wear Out" Emma Kling & Paul Robas in der Zieglergasse

,,Wear Out" Emma Kling & Paul Robas in der Zieglergasse

Juni 30, 2021

,,Wear Out"

Mit Arbeiten von Emma Kling und Paul Robas

Projektraum Zieglergasse 46, 1070 Wien

Eröffnung: 2. Juli 2021, 18:00 

Laufzeit: 3. Juli - 16. Juli

Werkliste 

Öffnungszeiten: Mittwoch - Freitag : 15 - 19 Uhr, Samstag den 3. Juli, 15-18 Uhr und nach Terminvereinbarung

Die Künstlerin Emma Kling und der Künstler Paul Robas beschäftigen sich in ihrer Malerei auf unterschiedliche Art und Weise mit dem individuellen Erleben von Alltag und der alltäglichen Wahrnehmung.

Einen Ausgangspunkt für Paul Robas bilden dabei Menschen und Objekte, Szenen in der Umgebung, die er in seinen Malereien mit intensiven Farben auf verschiedenen Materialträgern abstrahiert. In den Bildern scheinen sich die dargestellten Motive im ersten Moment leicht entziffern zu lassen; es werden ein Gegenstand oder eine Handlung gezeigt, die uns an ein aus dem Alltag bekanntes Muster erinnern. Die Farben und die Ausschnitthaftigkeit der Werke fordern heraus, je nach Position, die die Betrachter*innen einnehmen - ob aus der Nähe oder Distanz, als Teil einer Werkgruppe oder als einzelne Malerei, es verändert sich der Charakter der Bilder, hinsichtlich des Sujets und der Wirkung der Oberfläche.

Die Werke der Künstlerin Emma Kling setzen sich ebenfalls auf eigene Weise mit der Alltagserfahrung von Menschen auseinander. Umgebung bezieht sich darin auf das Medium des Textil, als eine Hülle, eine Schicht, die den Menschen begleitet. In ihrer künstlerischen Arbeit untersucht sie Textilien in ihrer materialspezifischen Beschaffenheit als hautartige Erscheinungen, die ein Eigenleben besitzen, einen Charakter. Menschliche Haut und Textil treffen an unzähligen Berührungspunkten aufeinander, werden eins – der Körper bewegt den Stoff und der Stoff formt den Körper. Nicht zuletzt spielen dabei Fragen von persönlichem Ausdruck und Identität einerseits, der Vorgang des Auf- und Ablegens von Schichten andererseits, eine zentrale Rolle.

„Wear Out“ greift den Prozess des Abtragens medienspezifisch auf die Malereien und deren Entstehungsprozess auf. Zugleich kann Abtragen im Sinne von Abnutzen thematisch auch dahingehend interpretiert werden, dass es verborgene Potentiale beinhaltet: zum einen - bei aller Gewöhnlichkeit, die das alltägliche Leben in Form von wiederkehrenden Mustern und Ritualen auszeichnet - aufmerksam für das Nicht-Offensichtliche zu sein, zum anderen - trotz aller Routinen - die Möglichkeit zu haben, etwas Neues entstehen zu lassen.

Paul Robas 

Meine Arbeit beschäftigt sich mit alltäglichen Situationen. Ich werfe einen kritischen Blick auf soziale, politische und kulturelle Aspekte der Gesellschaft. Inspirationen kommen hierbei von Erlebtem und Gesehenem. Urbane Landschaften oder heimisches Interieur sind häufige Schauplätze meiner Malereien. Die Charaktere, die meine Bilder bewohnen, sind manchmal figürlich gemalt, manchmal mehr abstrahiert. Beim Arbeiten versuche ich so meine Umwelt zu begreifen. Beim Ausstellen entstehen wiederum interessante Gespräche, die in andere Erkenntnisse münden und die Bilder wieder in einen gesellschaftlichen Kontext und Diskurs überführen.

Mein Medium ist die Malerei, dabei ist die Farbe ein zentraler Teil des Werkes. Schicht um Schicht und in verschiedenen Konsistenzen wird sie auf den Bildträger gebracht und bildet unterschiedliche haptische Oberflächen. So versuche ich das althergebrachte, historisch belastete Medium der Malerei ins Heute zu überführen und mir selbst die Frage zu stellen wohin es mit der Malerei geht und ob sie noch immer eine gesellschaftliche Relevanz besitzt.

Mehr zu Paul Robas >>>

Emma Kling

Ich sehe meinen Arbeitsprozess als eine zusammenhängende Geschichte, in der ich in Serien arbeite. Die neuen Werkzyklen entstehen als Reaktion auf die letzten Bilder. Ständige Begleiter sind die Textilmaterialien und die Faltenwürfe. Die beiden Medien, Malerei und Textilien ähnliche medienspezifische Essenzen besitzen. Beide thematisieren die Materialität, die Oberfläche, und Farbigkeit. Diese Stoffe nun auf textile Malgründe abzubilden scheint für mich damit naheliegend und auch etwas Paradox zugleich, da ihre Qualitäten viele Parallelen zeigen.

Ich konfrontiere mich mit Identitätsproblemen in meinen Arbeiten. Ich sehe letztens Textilien als Identitätsschichten, die im Laufe der Jahre mit den menschlichen Hautschichten und dem Körper verschmolzen sind.

Identitätspolitische Fragen haben mich, nicht erst seit meiner Auswanderung aus Ungarn nach Österreich, intensiv beschäftigt. In meinem Prozess setze ich mich mit der Frage der freien Wahl von Identitäten, Sprache, Zuhause und des eigenen Körpers auseinander.

Mehr zu Emma Kling >>>

Die Ausstellung wird von der Kulturkommission Neubau unterstützt.
Wir bedanken uns beim Enuma Elis Kulturverein für die Zurverfügungstellung des Raumes.
Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit Transcultural Emancipation - Verein zur Förderung von Kunst- und Kulturprojekten entstanden.

Fördergeber

Logo Bezirk Neubau

Ausstellungsansichten Wear Out, Emma Kling & Paul Robas
Projektraum Zieglergasse - Galerie Rudolf Leeb, 2021

Ausstellungsansicht War Out - Projektraum Zieglergasse Galerie Ruzdolf Leeblinke Arbeit: Emma Kling, Häutung Rosa, Öl auf Baumwolle, 120 x 70 cm, 2021
rechte  Arbeit: Paul Robas, Untitled, Acryl auf Holz, 42 x 29,8 cm, 2021

rechte Arbeit: Paul Robas, Untitled, Acryl auf Holz, 39,8 x 30 cm, 2020

linke Arbeit: Paul Robas, Untitled, Acryl und Öl auf Holz, 42 x 29,5 cm, 2021

Emma Kling, Kleine Brust I-II, Öl auf Baumwolle, jeweils 30 x 20 cm, 2021