Zensur und Meinungsfreiheit

Zensur und Meinungsfreiheit

September 03, 2019

Zensur und Meinungsfreiheit
Über den Rückschritt an Freiheiten in Europa

Immer öfter werden Künstler*innen wegen ihrer Arbeit zu Gefängnisstrafen verurteilt, ihre Werke werden zensiert und sie sind medialer Aggression ausgeliefert. Auch Journalist*innen spüren einen immer größer werdenden Druck. Kritische Kunst und unabhängiger Journalismus finden zudem immer seltener Finanzierung. Journalist*innen und Kulturschaffende, die unangenehme Fragen aufwerfen, müssen mit schwerwiegenden Konsequenzen rechnen und sehen ihre Karrieren gefährdet.

Wir möchten mit dieser Ausstellung der Kunst und Kultur sowie dem Journalismus unsere bedingungslose Unterstützung aussprechen und ein Zeichen für Meinungsfreiheit und Menschenrechte setzen.

Im Zentrum dieser Ausstellung steht daher die Arbeit Politische Gefangene im zeitgenössischen Spanienvon Santiago Sierra. Dessen Präsentation wurde bei ARCO, der größten spanischen Kunstmesse, im Jahr 2018 unterbunden. 

https://www.derstandard.at/story/2000074793402/zensur-kritisches-werk-santiago-sierras-entfernt

Dieser Akt der Zensur, der weltweit für Schlagzeilen sorgte, zeigt, wie fragil die demokratischen Strukturen in Europa sind. Die EU übt sich bei Kritik in Schweigen und verweist auf „innerstaatliche Debatten“. So findet still und heimlich ein Rückschritt an Freiheiten statt und Begriffe­ wie „demokratischer Faschismus“, die noch vor einigen Jahren als antonymisch zu bezeichnen waren, finden immer mehr Berechtigung. 

Die Galerie Rudolf Leeb wird diesen Herbst zu einem Raum für die politische Debatte. Angeregt durch die Arbeiten von Mirkan Deniz, Silke Maier-Gamauf in Zusammenarbeit mit Romana Hagyo, Arye Wachsmuth und Santiago Sierra wird eine Politisierung der Kunst gefordert. Gezeigt wird Kunst an der Schnittstelle zum Aktivismus, Künstler*innen die mit ihrer Position konfrontieren, medialen Hetzkampagnen ausgesetzt sind und dessen Arbeiten angegriffen werden. Die Ausstellung verfolgt das Ziel eine europäische Debatte auszulösen und sich auf die Grundwerte der Demokratie zu besinnen, die Wahrung der Freiheit und der Menschenrechte. 

Mirkan Deniz ist eine in Zürich lebende staatenlose Künstlerin mit kurdischen Wurzeln. Sie arbeitet mit Skulpturen, Videos und Installationen. Ihre konzeptuellen Arbeiten sind oft Rekonstruktionen und Zitate.

Die österreichischen Künstlerinnen Romana Hagyo und Silke Maier-Gamauf arbeiten seit 2015 gemeinsam an Projekten, die das Verhältnis zwischen Raum und Geschlecht* fokussieren.  

Arye Wachsmuth wurde in Hamburg geboren, wuchs in Tel-Aviv und lebt als Künstler in Wien. Die Themen seiner künstlerischen Untersuchungen sind Technologie, Geschichte und Wahrnehmung.

Der spanische Künstler Santiago Sierra studierte Kunst in Madrid, an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und in Mexiko-Stadt, wo er seit 1995 lebt. Er sorgte immer wieder mit seinen gesellschaftskritischenProjekten für Aufsehen. 

Um die Ausstellung abzurunden und eine differenzierte Debatte zu ermöglichen, ist ein vielfältiges und hochkarätiges Rahmenprogramm mit Podiumsdiskussionen, Lesungen, Musik und Literatur geplant.

Elektronische Einladung

Aktuelle Informationen zur Ausstellung und dem Rahmenprogramm finden Sie auch hier:

https://zensurundmeinungsfreiheit.tumblr.com/

Weitere Links:

https://www.santiago-sierra.com

https://hagyo-maiergamauf.org

http://www.koer.or.at/projekte/notgalerie

Ausstellung

Zensur und Meinungsfreiheit
Über den Rückschritt an Freiheiten und Rechten in Europa

Eröffnung 18.09.19, 19:00 Uhr
Werner Rodlauer, Chefredakteur Artmagazine.cc

Laufzeit: 19.09.19 - 18.10.19

Dienstag bis Freitag, 13 - 18 Uhr

Galerie Rudolf Leeb

Kaiserstraße 76, 1070 Wien

https://www.galerierudolfleeb.at

Künstler*innen:

Mirkan Deniz

Silke Maier-Gamauf und Romana Hagyo

Santiago Sierra

Arye Wachsmuth

Kuratiert und initiiert vom katalanischen Kulturverein in Wien in Kooperation mit der Galerie Rudolf Leeb.

Materialien

Zensur und Meinungsfreiheit_Dossier

Pressetext Katalog Santiago Sierra 2018

Santiago Sierra: Politische Gefangene im zeitgenössischen Spanien

Ausstellungsansicht Santiago Sierra - Fotocredit: Galeria Helga de Alvear