Farewell

FAREWELL, YOU BELOVED PIECE OF ART

 

Die Ausstellung in der Galerie Rudolf Leeb vereint Arbeiten von Studierenden der Klasse Fotografie / Gabriele Rothemann, die in den vergangenen Semestern an der Universität für angewandte Kunst Wien entstanden sind.

Die Künstlerinnen und Künstler zeigen Werke, die sie in Zusammenarbeit mit Verena Kaspar-Eisert (Kuratorin KUNST HAUS WIEN/FOTO WIEN) im Rahmen einer Gastprofessur für diese Ausstellung ausgesucht haben. Die ausgewählten Fotografien, Videoarbeiten und Skulpturen verhandeln persönliche, politische und kulturelle Themen und repräsentieren die künstlerische Auseinandersetzung einer ganz jungen KünstlerInnengeneration mit der Gegenwart.

Der Titel der Ausstellung verweist auf jenen Moment, der einhergehend mit der Signatur das Ende eines künstlerischen Schaffensprozesses anzeigt und einen BesitzerInnenwechsel ankündigt. Das Werk emanzipiert sich und beginnt ein eigenes Dasein unabhängig von der Autorin/dem Autor.

 

 

CARMEN ALBER

Carmen Alber bedient sich in ihren künstlerischen Arbeiten zumeist der Medien Fotografie und Film sowie der Buchform. Ihr Interesse gilt dabei geometrischen und anatomischen Formen, aber auch der Körperlichkeit und Empfindungen. Material und Raum spielen in ihren Arbeiten eine zentrale Rolle.

The recreation of Adam.

2018, Zwei Fotografien, Pigmentprint, 29,7 × 21 cm

 

Drive me home.

2018, Pigmentprint, 21 cm x 29, 7 cm

 

 

MAXIMILIANE LENI ARMANN

Maximiliane Leni Armann arbeitet mit Fotografie, Video, Sound und 3-D-Programmen. Ihre künstlich erzeugten Bildwelten verschwimmen unmerklich mit dem physischen Raum und spielen auf eine neue digitale Existenz an. HumanDoing_on/off ist Armanns erste Augmented-Reality-Arbeit. Zwei digital erstellte Bilder fungieren als Bühne für Figuren, die mittels Smartphone-App animiert werden. Zu sehen ist ein dystopisches Szenario, in dem der Mensch in mechanischer Manier Arbeit imitiert oder sich alternierend zu diesem sinnentleerten Tun in einer Regenerationsphase befindet.

Human Doing _on /off

2019, Inkjet Print, Augmented Reality, 40 x 60 cm

 

 

SEBASTIAN EDER

„Ich setze mich mit Fotografie und ihren Erscheinungsformen auseinander. Vor allem ihr grenzenloses Potenzial, die Welt auf neue Art und Weise zu sehen, und ihr Vermögen, Licht zu bündeln, zu formen und darzustellen, sind für mich wichtige Bestandteile meiner Arbeit.“

Spotlight

2018, Installation

 

SEBASTIAN EDER & MATTHIAS KÖCK

Sebastian Eder und Matthias Köck spielen in ihren gemeinsam geschaffenen Arbeiten mit den Sinnen und der Vorstellungskraft der BetrachterInnen. Die durch die Zusammenarbeit entstehende Synergie beeinflusst den Entstehungsprozess
des Werks. Jede Entscheidung wird in einem Wechselspiel der Ideen getroffen. Grundlage ist das gemeinsame Interesse an Licht, Raum und Form.

Untitled

2019, Pigmentprint, gerahmt, 50 x 60 cm

FELIX J. FRÜHAUF

Felix J. Frühauf geht in seiner Arbeit eine intensive Auseinandersetzung mit Details ein und spielt mit der Veränderung einzelner Faktoren. Durch die handwerkliche Komponente, die sich in vielen seiner Arbeiten findet, schafft er eine Mischform aus Fotografie und Skulptur. In der Arbeit 0000/1111 0010/1111
 wird die Form eines digital generierten Bildes so weit verändert, dass es am Schluss nur mehr als analog auf Lochkarten gespeichertes Original existieren kann.

0000/1111 0010/1111

2018, Pigmentprint, gerahmt, 17 x 29 cm, 80 Lochkarten in Kartonbox, 18 x 12 x 6,5 cm


VERENA GOTTHARDT

Verena Gotthardt beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit der Beziehung von Fotografie und Sprache, insbesondere mit dem narrativen Potenzial von Fotografie. Sie verfasst dazu Texte von großer poetischer Kraft. Die Fotografien der Serie hier draußen sind
 dem Genre der Street Photography zuzurechnen. Der entscheidende Moment dieser Straßenszenen liegt dabei im nicht einsehbaren Bereich, was den besonderen Reiz der Aufnahmen ausmacht.

hier draußen

2019, Inkjet Print auf Alu-Dibond kaschiert, 100 x 80 cm

 

TOBIAS IZSÓ

Tobias Izsós künstlerische Arbeiten erzählen mehrschichtig von einem „Innen“ und dem Versuch, einen Raum zu schaffen, welcher das Innen nach außen trägt. Izsó versucht, das Wesen der Dinge und die Form von Gedanken zu ergründen. Dabei versteht er die Fotografie als Material und integriert sie auf unterschiedliche Weise in seine skulpturalen Werke, die vielfach Anleihen bei der Form von Möbeln nehmen.

Paravent

2019, Textildruck auf Seide, Holzrahmen, Aluminium, 200 x 120 cm

 

 

KAJA CLARA JOO

Inspiriert von zahlreichen Verschwörungstheorien, die die US-amerikanischen Mondlandungen als Schwindel ansehen, schuf die Künstlerin Abdrücke fremder Landschaften von fernen Sternen. Zurück auf der Erde deklariert sie diese
nun als Kunst. Kaja Clara Joos Arbeiten changieren stets zwischen Skulptur und Bild. Politische und kulturelle (Massen-)Phänomene und Verhaltensmuster stehen hierbei im Mittelpunkt. Die Fotografie wird als intervenierendes Instrument verstanden, welches Narrative miteinander verquickt und Materie über die stoffliche Berührung hinweg abtastet und konserviert.

Unclaimed Land I

2019, Pigmentprint, gerahmt und verglast, 110 x 90 cm

 

 

NOAH KOLB

Noah Kolb nimmt kleine, meist beiläufige Momente in seinem Alltag als lustvolle Bilder wahr. Als Fotografien festgehalten sind diese Bilder bedeutungsvoll und wollen dennoch nichts Konkretes aussagen. Sie eröffnen vielmehr die Möglichkeit zu Assoziationen und individueller Deutung.

Declassified

2019, C-Print, 29 x 21 cm

 

 

KATHARINA LIATSKAIA

In ihrer künstlerischen Arbeit beschäftigt sich Katharina Liatskaia hauptsächlich mit der analogen Fotografie. Auf ihren Fotografien zeigt die Künstlerin sowohl industrielle Motive und Ästhetiken der Großstadt und Konsumkultur als auch Porträts und Stillleben. Sie setzt sich intensiv mit Kontrast und Schattenspiel auseinander und schafft kontrastreiche, körnige Bilder. Die von Katharina Liatskaia entwickelte Bildsprache illustriert Eigenschaften von Strukturen, Lichtsituationen und die Beschaffenheit von Objekten in der Wirklichkeit.

Intermediate Condition

2019, 6 gerahmten und verglasten Gelatin Silver Prints und Pigmentprints,

je 30 x 30 cm, Edition 1/7 + 1 AP

 

 

JULIA REICHMAYR

Julia Reichmayr experimentiert mit einer Vielzahl technischer Möglichkeiten und künstlerischer Medien. Fotografie, Skulptur, Sound und Video spielen eine wesentliche Rolle in ihrem Werk. So erobern Soundinstallationen spezifische Räume und verweisen auf den oftmals problematischen Umgang mit diesen. Aktuell stehen Materialtests und fotografische Untersuchungen im Mittelpunkt ihres Arbeitsprozesses, wie die Härte einer Abweichung zeigt. Reichmayrs künstlerisches Interesse an unkontrollierbaren Veränderungen, an der Instabilität und Umformung von Erinnerungen spiegelt sich in dieser Arbeit wider.

die Härte einer Abweichung

2017/19, Sechs Pigmentprints (auf Basis von Polaroids) in Stahlrahmen,

je 29 x 29 cm, Edition 3+1

 

 

ANNA CARINA ROTH

In den Arbeiten von Anna Carina Roth spielen Intimität und Identität eine wesentliche Rolle. Sie bedient sich verschiedener Medien, deren Material- und Formensprache wichtiger Bestandteil ihrer Werke ist.

O.T. aus der Serie Fragmente

2019, Pigmentdruck, Pastell und Bleistift auf Papier, je 12 × 16 cm, Pigmentdruck und Zeichnung als Unikat gerahmt, 24 x 30 cm

   

 

 

LUCA MIKITZ

Das Außen
Der Filter
Das Innen
So sieht der Mensch aus
Er sieht am Vorhang nicht vorbei (Aus: Michael Fast, Kosmische Idiotie)

Fensterobjekt 2

2019, Fenster, Vorhang, Leuchtkasten, Objekt als Original,112 x 80 x 29 cm

  

 

ELISA SCHMID

Elisa Schmid untersucht in ihren Arbeiten, wie sich das fotografische Prinzip der Einschreibung von Information in Filmmaterial in skulpturale Medien über- setzten lässt. In der Arbeit Fazies (lat. facies ‚Antlitz‘) etwa, vergleicht Schmid die Einschreibung ihrer Entstehungsgeschichte in Gesteine mit den Möglichkeiten der fotografischen Reproduktion. Sie bearbeitet die von ihr gefundenen Steine nach einer traditionellen portugiesischen Handwerkstechnik und bringt die eingeschriebene Information, die geologische Steinstruktur, zum Vorschein. Begleitet werden die Skulpturen von fotografischen Porträts ebendieser.

Fazies

2019, Serie von 14 Steinobjekten, je 7x 7x 7cm und 56 Pigmentprints, gerahmt, 60 x 40 cm

 

 

MAGDALENA STÜCKLER

Der künstlerische Arbeitsprozess von Magdalena Stückler ist bestimmt durch die Analyse von Form und Funktion. Das Erforschen des Materials etwa von Alltagsgegenständen und das Studieren des menschlichen Körpers als Maß sind oftmals Ausgangspunkt für verhaltenspsychologische und soziologische Untersuchungen von Subjekt-Umwelt-Interaktionen. Die Objektserie re-using material, die aus fünf verschiedenen Nägeln besteht, ist aus einzelnen Euromünzen gegossen. Durch den Akt der Wiederverwertung haben sich die Euromünzen in Werkgegenstände transformiert.

re-using material

2019, Serie aus fünf Nägeln, eingeschmolzene Euromünzen; 1 Cent, 5 Cent, 10 Cent, 50 Cent, 2 Euro 60×3mm, 70×3mm, 70×5mm, 100×5mm, 100×8mm

 

 

CARLOS VERGARA

Carlos Vergara (geboren in Barranquilla, Kolumbien) untersucht mittels verschiedener Techniken wie Fotografie und Appropriation unterschiedliche Themen in Bezug
auf seine eigene Identität und eigene alltägliche Erfahrungen. In den vergangenen Jahren ist auch seine eigene Sexualität zum Thema geworden. Die fotografische Skulptur Totem etwa beleuchtet auf ironische Weise den Machtkampf in der heutigen hypermaskulinisierten schwulen Gesellschaft.

Totem

2017, Silbergelatineprint, gerahmt, 90 × 60 cm

 

 

CARLO ZAPPELLA

Carlo Zappellas Fotografien greifen Aspekte von Piktorialismus und von Tableaux vivants auf. Seine großformatigen Inszenierungen der letzten beiden Serien Biosphere und Wayside erinnern stark an das Kino.

Breakfast with Ferns

2019, Inkjet Print, gerahmt, 60 × 120 cm

 

 

 

 


 

National Art Gallery, Sofia (BG)

Stftung “Kultur und Zeitgenossenschaft”, Plovdiv BG